Impressum        VITA       LINKS       DAS INSTITUT        KONTAKT   








Die Zukunft der Homöopathie II

Leseprobe: Kapitel 3

Die Metamorphose des Subjekts

In der wissenschaftlichen Forschung spricht man in unserer post-modernen Zeit über die Krise der neuzeitlichen Vernunft. In den letzten Dekaden Metamorphose im Kräftefeld der Organe: Herz, Niere, Leber, Lunge.
Gesetz, Liebe und Willenskraft aus der Sicht der Entwicklung des biologischen Ichs. Übergewicht und Aufmerksamkeitsdefizit von Kindern als Folge der Verhärtungstendenz in der Lebenskraft.
Kopflastigkeit und Schlaflosigkeit. Subjektbildung als angepasste Selbständigkeit und Besitz. Der Widerspruch zwischen subjektiver Willenskraft (Lebenskraft) und dem kollektiven Gesetz. Dualisierung der Polarität. Freuds auslaufende Konzeption des Über-Ichs. Kulturelles Vakuum. Vaterlose Gesellschaft. Konzentrationsstörung und Alkoholismus. War on Terror aus der Sicht der Projektion. Der Patient nicht als Objekt der Behandlung. Kunstfehler und Körperverletzung durch Homöopathie. Homöopathische Selbstbedienungsorgien. Das Problem der Integration der Homöopathie in die Schulmedizin.

 
Metamorphose im Sinne von Goethe bedeutet Wandlung.(9) Die Fähigkeit zu Wandlungen setzt voraus, dass wir kräftemäßige Zusammenhänge unter Zuhilfenahme von lebendigen Begriffen, wie bisher mit Hilfe des anthropologischen Vierecks dargestellt, betrachten. Daher werfen wir zuerst einen Blick auf Abbildung 7A. Wir sehen hier nicht nur die oben angekündigten zentralen Begriffe, sondern diesmal auch einen Vergleich mit den Metamorphosen der vier wichtigen menschlichen Organe: Herz und Niere, Leber und Lunge. Abbildung 7A zeigt uns also auch das anthropologische Viereck wichtiger menschlicher Organe. Dabei gehen wir im Zusammenhang mit der Metamorphose des Subjekts der Frage nach, welchen Ausdruck die Kräfteverhältnisse annehmen, wenn es um die vier menschlichen Organe Herz, Niere, Leber und Lunge geht. Diesmal platzieren wir also an die Stelle der Elemente Organe.
Bei den bisherigen Darstellungen habe ich versucht, verschiedene Begriffe an die Stelle der Elemente zu platzieren, um dann die kräftemäßigen Zusammenhänge zwischen den Begriffen darstellen zu können. Es ist jetzt natürlich ein Unterschied, wenn Organe an die Stelle der Elemente platziert werden. Obwohl es ein Unterschied ist, ist es jedoch nicht etwas anderes; wir können über einen ähnlichen Vorgang sprechen. Begriffe haben nicht jene materielle Substanz, die wir allen Organen unterstellen dürfen. Die heutige medizinische Forschung hat die Organe sehr intensiv erforscht, viele Details aufgedeckt. Was jedoch bei dieser Forschung fehlt, ist das Verständnis über die strukturellen Zusammenhänge zwischen den Organen, die sich auf der kräftemäßigen Ebene abspielen. Aus homöopathischer Sicht sind diese Zusammenhänge von großer Bedeutung. Bei der Besprechung des Themas möchte ich auf die Schriften von Rudolf Steiner und auch auf die anthroposophisch-medizinische Forschung zurückgreifen (10), wenn ich auch den Schwerpunkt des Themas anders setzen möchte. Hier zeigt sich auch die von mir bereits an anderen Stellen betonte Notwendigkeit, dass die homöopathische Ausbildung von heute nicht ausschließlich die klassische Homöopathie von S. Hahnemann berücksichtigen sollte. Die anthroposophische Medizin stellt ebenfalls eine wichtige Quelle im Umgang mit der Lebenskraft dar. Es ist jedoch immer eine kritische Überprüfung vor einer Übernahme vonnöten.
 
Ähnlich wie bereits beim Umgang mit den Begriffen geht es auch hier im Zusammenhang mit den Organen um die Beziehungsverhältnisse und nicht um die „wesensmäßige“ Bestimmung der einzelnen Organe.
Werfen wir noch mal einen Blick auf Abbildung 7B. Wir haben in dieser Abbildung auf den ersten Blick die Möglichkeit, Positionen der Metamorphosen der Pflanzen bei Goethe mit den Positionen der vier genannten menschlichen Organe zu vergleichen. Als erste Annäherung möchte ich mich hier wieder um die Beziehungsverhältnisse kümmern. Wir unterscheiden die Beziehungstypen Polarität und Dualität. Herz und Nieren sind auf der vertikalen Achse, Leber und Lunge auf der horizontalen Achse angesiedelt. Auf diese Zusammenhänge kann ich allerdings in dieser Arbeit nicht näher eingehen. Stattdessen möchte ich mich jetzt den zentralen Begriffen dieser Arbeit, dem biologischen Ich, dem Selbst und der Selbstgestaltung widmen.
 

 
(→ Die Zahlen in Klammern weisen auf die Fußnoten im Buch hin.
Diese finden Sie jedoch nicht auf der Homepage, sondern nur im Buch selbst.)